Ohne Stromanbieter dastehen?

Ohne Strom dastehen - Angst vorm Anbieterwechsel.

Kann man beim Stromanbieterwechsel ohne Strom dastehen?

Kurzantwort: Nein – ein Stromausfall durch einen Anbieterwechsel ist in Deutschland praktisch ausgeschlossen.
Trotzdem haben viele Haushalte genau davor Angst. Dieser Artikel erklärt, warum diese Sorge entsteht, was wirklich passiert und wie ein Stromanbieterwechsel rechtlich abgesichert ist.


Warum diese Angst so verbreitet ist

Strom ist für den Alltag unverzichtbar. Entsprechend groß ist die Sorge, dass bei einem Wechsel etwas schiefgehen könnte. Viele Menschen vergleichen ihren Stromtarif deshalb jahrelang nicht, obwohl sie vermuten, zu viel zu zahlen.

Typische Gedanken sind:

  • Was passiert, wenn beim Wechsel etwas schiefläuft?
  • Gibt es eine Lücke zwischen altem und neuem Anbieter?
  • Kann der Strom einfach abgeschaltet werden?

Diese Unsicherheit ist verständlich – in der Praxis aber unbegründet.


Wie die Stromversorgung in Deutschland tatsächlich funktioniert

Ein zentraler Punkt wird häufig missverstanden: Der Stromanbieter liefert den Strom nicht physisch in die Wohnung oder ins Haus.

Die tatsächliche Versorgung übernimmt immer der örtliche Netzbetreiber. Dieser ist gesetzlich verpflichtet, Haushalte dauerhaft mit Strom zu versorgen – unabhängig davon, bei welchem Anbieter der Vertrag besteht.

Das bedeutet:

  • Der Netzbetreiber bleibt immer derselbe
  • Die Stromleitungen ändern sich nicht
  • Der Strom fließt durchgehend weiter

Ein Stromanbieterwechsel betrifft ausschließlich die Abrechnung, nicht die Versorgung.


Was beim Stromanbieterwechsel Schritt für Schritt passiert

Ein regulärer Stromanbieterwechsel läuft in der Regel wie folgt ab:

Hinweis: Wer sich vor einem Wechsel erst informieren möchte, findet weitere Details im Artikel Wer kündigt beim Stromanbieterwechsel den alten Vertrag?

  1. Sie entscheiden sich für einen neuen Stromtarif
  2. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung des alten Vertrags
  3. Der Wechseltermin wird abgestimmt
  4. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt die Abrechnung über den neuen Anbieter

Während des gesamten Prozesses bleibt die Stromversorgung bestehen. Es gibt keinen Moment, in dem kein Anbieter zuständig ist.


Was passiert, wenn beim Wechsel etwas schiefgeht?

Selbst in seltenen Ausnahmefällen, etwa bei einer Insolvenz eines Stromanbieters, bleibt die Versorgung gesichert.

In solchen Fällen greift automatisch die gesetzlich geregelte Grundversorgung. Diese stellt sicher, dass:

  • der Strom nicht abgeschaltet wird
  • keine aktive Handlung erforderlich ist
  • ausreichend Zeit bleibt, einen neuen Tarif auszuwählen

Ein Stromausfall entsteht dadurch nicht.


Darf der Strom einfach abgeschaltet werden?

Nein. Eine Stromabschaltung ist nur unter sehr engen gesetzlichen Voraussetzungen möglich.

Dazu zählen unter anderem:

  • ein längerer Zahlungsverzug
  • mehrere Mahnungen
  • eine vorherige schriftliche Ankündigung

Ein Stromanbieterwechsel erfüllt keine dieser Bedingungen und kann daher nicht zu einer Abschaltung führen.


Warum viele Haushalte sich trotzdem nicht trauen zu wechseln

Die Zurückhaltung beim Stromanbieterwechsel entsteht meist durch:

  • unklare Informationen
  • widersprüchliche Aussagen im Internet
  • aggressive oder unseriöse Werbung
  • Angst vor versteckten Kosten

Gerade deshalb ist es sinnvoll, den eigenen Tarif zunächst sachlich einzuordnen, statt vorschnell zu handeln.


Strompreis prüfen – ohne direkt zu wechseln

Ein Stromvergleich bedeutet nicht automatisch, dass ein Anbieterwechsel erfolgen muss.

Ein Strompreis-Selbst-Check dient zunächst ausschließlich dazu, den aktuellen Tarif einzuordnen. Wer unsicher ist, ob sich ein Vergleich lohnt, kann den Strompreis-Selbst-Check nutzen, um den eigenen Tarif Schritt für Schritt selbst zu prüfen. Dabei lässt sich prüfen:

  • ob der aktuelle Strompreis noch marktüblich ist
  • wie hoch mögliche Abweichungen sind
  • ob überhaupt Handlungsbedarf besteht

Ein Wechsel erfolgt nur, wenn man sich bewusst dafür entscheidet.


Für wen diese Information besonders relevant ist

Diese Klarstellung ist besonders hilfreich für:

  • Mieter mit älteren Stromverträgen
  • Hausbesitzer mit lang laufenden Tarifen
  • Haushalte, die aus Unsicherheit jahrelang nicht vergleichen
  • Menschen, die nichts falsch machen möchten

Fazit

Wenn Sie Ihren Tarif zunächst ohne Risiko einordnen möchten, bietet der Strompreis-Selbst-Check eine unverbindliche Möglichkeit zur Selbstprüfung.

Ein Stromanbieterwechsel führt in Deutschland nicht zu einem Stromausfall. Die Stromversorgung ist gesetzlich abgesichert und unabhängig vom gewählten Anbieter.

Was jedoch häufig passiert: Haushalte bleiben aus Angst oder Unsicherheit lange in ungünstigen Tarifen und zahlen dadurch unnötig zu viel.

Wer sich unsicher ist, sollte nicht sofort wechseln, sondern zunächst prüfen.

Der Strompreis-Selbst-Check ermöglicht eine sachliche, sichere Einordnung des eigenen Tarifs – ohne Risiko und ohne Verpflichtung.

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